Die Zahl 1980 ist im Leben von Susanne Daubner mehr als nur eine Jahreszahl. Sie markiert einen entscheidenden Wendepunkt, ein persönliches Annus mirabilis, das den Grundstein für eine der bekanntesten Gesichter des deutschen Fernsehens legte. Während viele in ihrem Geburtsjahr 1962 die Anfänge ihrer Biografie verorten, steht 1980 symbolisch für den Anfang ihres Weges in den Journalismus – ein Weg, der sie zur vertrauten Stimme und Autorität der Tagesschau führen sollte. Dieser Blogpost zeichnet die Entwicklung einer Frau nach, die sich von einer jungen, wissbegierigen Studentin zur preisgekrönten Chefsprecherin einer der vertrauenswürdigsten Nachrichtenmarken Deutschlands entwickelte.
Die Weichenstellung: 1980 als Jahr des Aufbruchs
Das Jahr 1980 war politisch und gesellschaftlich von großer Unruhe geprägt: Der Kalte Krieg erreichte einen neuen Höhepunkt, die Friedensbewegung formierte sich, und in Polen keimte die Solidarność-Bewegung auf. Inmitten dieser globalen Spannungen traf Susanne Daubner, damals 18 Jahre alt, eine folgenschwere Entscheidung. Nach ihrem Abitur in Ost-Berlin entschied sie sich nicht für die Flucht aus der DDR, sondern für ein Studium der Journalistik in Leipzig. Diese Wahl war programmatisch: Statt Konfrontation suchte sie den Weg der qualifizierten Auseinandersetzung, des Erlernens des Handwerks innerhalb des Systems. Ihr Studium an der Karl-Marx-Universität, der späteren Universität Leipzig, war anspruchsvoll und ideologisch gefärbt, doch es verschaffte ihr das handwerkliche Rüstzeug – von Sprachökonomie über präzise Recherche bis hin zur klaren Artikulation.
Die journalistische Sozialisation in der DDR
Die Frage nach einer möglichen Flucht Susanne Daubners aus der DDR wird oft gestellt, doch ihr Werdegang zeigt eine andere Realität. Sie durchlief die offiziellen Bildungswege der DDR. Nach dem Journalistik-Studium begann sie 1985 – also in der Mitte jenes Jahrzehnts, das mit 1980 begann – als Redakteurin und Sprecherin bei der Aktuellen Kamera, der Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens. Diese Zeit war prägend und fordernd. In der zentralistischen Medienlandschaft der DDR war der Spielraum für journalistische Kritik minimal, die Berichterstattung streng reglementiert. Dennoch war dies eine Schule der Disziplin: das Arbeiten unter Druck, das exakte Formulieren unter engen Vorgaben, das Beherrschen der Live-Situation. Diese Erfahrungen, so ambivalent sie aus heutiger demokratischer Perspektive sein mögen, schärften ihre professionelle Haltung und ihre technischen Fähigkeiten vor der Kamera.
Die Wende und der Neuanfang bei der ARD
Mit der friedlichen Revolution 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 stand Susanne Daubner, wie viele ostdeutsche Journalisten, vor einer beruflichen Zäsur. Das System, für das sie ausgebildet wurde, existierte nicht mehr. Doch anstatt unterzugehen, nutzte sie die Chance des Neuanfangs. Ihr Talent und ihre Professionalität wurden erkannt. 1992, nur zwei Jahre nach der Wiedervereinigung, begann sie als Freie Mitarbeiterin für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), eine ARD-Anstalt. Dies war der entscheidende Schritt in die gesamtdeutsche Medienlandschaft. Ihre klare, sachliche Artikulation und ihre unaufgeregte Präsenz passten perfekt zum Anspruch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. 1995 folgte der endgültige Karrieresprung: Sie wurde feste Sprecherin für die Tagesschau und die Tagesthemen in der ARD-Aktuell-Redaktion in Hamburg.
Die Ikone der Tagesschau: Verlässlichkeit in einer sich wandelnden Welt
Seit nunmehr fast drei Jahrzehnten ist Susanne Daubner eine feste Konstante in den deutschen Nachrichten. Ihr Markenzeichen ist eine souveräne, ruhige und dabei stets emphatische Präsenz. Sie verkörpert jene Seriosität und Unaufgeregtheit, die das Markenversprechen der Tagesschau ausmachen: Nachrichten, auf die man sich verlassen kann. In einer Zeit des medialen Überangebots, der sogenannten „Lügenpresse“-Vorwürfe und des rapiden Vertrauensverlusts in Institutionen ist diese konstante, vertrauenswürdige Ausstrahlung von unschätzbarem Wert. Sie moderierte alle wichtigen Formate – von der Hauptausgabe der Tagesschau um 20 Uhr bis zu den Tagesthemen und Sondersendungen an historischen Tagen wie dem 11. September 2001 oder während der Corona-Pandemie.
Das markante Lächeln: Warum lachte Susanne Daubner?
Jeder, der Susanne Daubner regelmäßig sieht, kennt ihr charakteristisches, warmes Lächeln, das oft am Ende einer Sendung aufblitzt. Dieses Lächeln wurde sogar zu einem kleinen Medienphänomen und Gegenstand von Zuschaueranfragen. Es ist kein aufgesetztes Moderationslächeln, sondern ein authentischer, fast erleichterter Moment der Menschlichkeit nach 15 Minuten konzentrierter Nachrichtenvermittlung. Es signalisiert: Die schwere Arbeit der Informationsübermittlung ist getan, jetzt kehren wir wieder in den Alltag zurück. Dieses Lächeln durchbricht bewusst die strikte Sachlichkeit der Nachrichten und schafft eine emotionale Brücke zum Publikum. Es ist ein Symbol für die Balance, die sie meisterhaft hält: absolute Professionalität bei gleichzeitiger warmer, menschlicher Präsenz. Sie bleibt dabei stets die Nachrichtensprecherin – das Lächeln ist die persönliche Note, die ihr Publikum so schätzt.
Leben jenseits des Studios: Die private Susanne Daubner
Anders als viele Kollegen aus dem Showgeschäft hält Susanne Daubner ihr Privatleben konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass sie seit langem in einer festen Partnerschaft lebt und Hamburg zu ihrer Wahlheimat gemacht hat. Gerüchte oder Spekulationen über Enkelkinder lassen sich aus den verfügbaren, spärlichen Informationen nicht bestätigen. Diese bewusste Privatsphäre ist ein weiterer Baustein ihrer Glaubwürdigkeit. Sie steht nicht als Privatperson, sondern ausschließlich in ihrer professionellen Rolle als Journalistin und Sprecherin vor der Kamera. Diese Trennung ist ein Ausdruck ihres Rollenverständnisses: Im Fokus sollen die Nachrichten stehen, nicht die Person, die sie vorträgt.
Das Erbe einer Generation und eine bleibende Instanz
Susanne Daubner, Jahrgang 1962, mit der Schlüsselprägung im Jahr 1980, steht auch für eine ganze Generation ostdeutscher Journalisten, die den Systemwechsel nicht nur erlebten, sondern aktiv mitgestalteten. Sie beweist, dass Qualitätsjournalismus keine postcode lottery ist, sondern auf Haltung, Handwerk und Anpassungsfähigkeit beruht. In einer Ära, in der Nachrichten zunehmend personalisiert und emotionalisiert werden, bleibt sie eine Instanz der Besonnenheit. Ihr Werdegang von Leipzig nach Hamburg ist auch ein Stück gelebte deutsche Einheit.
Ihre Karriere, die in jenem entscheidenden Jahr 1980 ihren Lauf nahm, ist noch lange nicht zu Ende. Susanne Daubner ist nach wie vor eine der ersten Adressen, wenn es um seriöse, vertrauenswürdige Nachrichtenvermittlung in Deutschland geht. Sie hat gezeigt, dass Kontinuität und Verlässlichkeit in einer disruptiven Welt einen unschätzbaren Wert haben – und dass ein warmes Lächeln am Ende der Nachrichten kein Widerspruch zur ernsten Pflicht der Information sein muss.
FAQs zu Susanne Daubner
Hat Susanne Daubner Enkelkinder?
Über das Privatleben von Susanne Daubner ist sehr wenig bekannt, da sie dies konsequent von ihrer beruflichen Tätigkeit trennt. Sie lebt in einer langjährigen Partnerschaft, jedoch sind aus verlässlichen öffentlichen Quellen keinerlei Informationen über Kinder oder Enkelkinder verfügbar. Es ist ihr gut gelungen, diesen Bereich effektiv zu schützen.
Was hat Susanne Daubner früher gemacht?
Vor ihrer Karriere bei der ARD arbeitete Susanne Daubner in der DDR. Nach ihrem Journalistik-Studium in Leipzig war sie ab 1985 Redakteurin und Sprecherin bei der Aktuellen Kamera, der zentralen Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens. Nach der Wende begann sie 1992 als Freie Mitarbeiterin für den MDR, bevor sie 1995 schließlich als Sprecherin zu ARD-aktuell (Tagesschau, Tagesthemen) nach Hamburg wechselte.
Ist Susanne Daubner aus der DDR geflohen?
Nein, Susanne Daubner ist nicht aus der DDR geflohen. Sie durchlief die offiziellen Bildungs- und Berufswege innerhalb der DDR. Nach dem Abitur in Ost-Berlin studierte sie Journalistik in Leipzig und begann ihre Berufslaufbahn beim DDR-Fernsehen. Ihr Übergang in das gesamtdeutsche Mediensystem erfolgte nach der Wiedervereinigung durch einen regulären beruflichen Wechsel zum MDR und später zur ARD.
Warum lachte Susanne Daubner?
Das charakteristische, warme Lächeln von Susanne Daubner am Ende vieler Sendungen ist zu einer ihrer Marken geworden. Es handelt sich dabei um einen authentischen, unbewussten oder halbbewussten Ausdruck der Erleichterung und Entspannung nach der konzentrierten und anspruchsvollen Arbeit des Nachrichtenvortrags. Es wird oft als sympathischer, menschlicher Moment wahrgenommen, der die strenge Sachlichkeit der Nachrichten kurz durchbricht und eine emotionale Verbindung zum Publikum herstellt. Es ist Ausdruck ihrer Persönlichkeit und nicht etwa ein verspätetes Reagieren auf eine Meldung.








