roland trettl
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Roland Trettl ist eine der schillerndsten, widersprüchlichsten und einflussreichsten Figuren der deutschsprachigen Gastronomie. Er ist kein klassischer Sternekoch, der still in seinem Tempel wirkt. Er ist ein Getriebener, ein Grenzsprenger, ein Provokateur mit Herz und eine Marke, die weit über die Küche hinausreicht. Seine Reise vom tiroler Kochlehrling zum international gefeierten Food-Ikone ist eine Geschichte von Talent, Rebellion, persönlichen Abgründen und einer nie endenden Suche nach dem Wesen des Genusses.

Die Anfänge: Tirol, Disziplin und der frühe Drang nach mehr

Geboren 1971 in Lienz, Osttirol, fand Trettl schon früh zur Küche – zunächst aus pragmatischen Gründen als Lehrling im Hotel Hubertus. Doch schnell zeigte sich sein außergewöhnliches Talent. Die klassische Kochausbildung mit ihrem strengen Hierarchiesystem war jedoch nicht sein Ding. Der junge Trettl war Punk, liebte laute Musik und rebelliierte gegen steife Konventionen. Dieser rebellische Geist trieb ihn hinaus in die Welt. Stationen in der Schweiz und entscheidende Jahre bei Eckart Witzigmann, dem „Papa der deutschen Küche“, folgten. Bei Witzigmann lernte er die absoluten Grundlagen der Hochküche, die handwerkliche Perfektion, die später die Basis für alle seine Experimente werden sollte.

Der Aufstieg: Ikarus und der Stern am Fine-Dining-Himmel

Die wahre Prägung erhielt Trettl jedoch bei seinem Mentor und Freund Heinz Winkler im „Residenz Heinz Winkler“ in Aschau. Hier stieg er zum Souschef auf und reifte für seine eigene große Chance. 1999, mit nur 28 Jahren, übernahm er die Küche des „Ikarus“ im Hangar-7 in Salzburg, einem spektakulären Gebäude der Flugzeug-Sammlung „Flying Bulls“. Dies war der Startschuss für eine kulinarische Revolution.

Der Ikarus wurde nicht zu einem Restaurant mit einem festen Küchenchef, sondern zu einem weltweit einzigartigen Konzept: „Chefs on Tour“. Monat für Monat lud Trettl die größten Köche der Welt – von Ferran Adrià und Joan Roca bis hin zu internationalen Top-Talenten – ein, in seiner Küche zu gastieren. Trettl war der Gastgeber, Dirigent und spiritus rector dieses kosmopolitischen Kulinarik-Zirkus. 2003 erhielt der Ikarus seinen ersten Michelin-Stern, 2005 folgte der zweite. Trettl war auf dem Gipfel des gastronomischen Olymp angekommen. Er wurde zum gefeierten Medienstar, schrieb Bücher, moderierte TV-Formate wie „cooking crazy“ und stand für eine neue, lockere, aber extrem präzise Art der Sterneküche.

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Die Kehrseite des Erfolgs: Burnout und Neuanfang

Doch der ständige Druck, der Perfektionismus und das rasante Tempo forderten ihren Tribut. 2016 brach Trettl gesundheitlich und mental zusammen. Ein schweres Burnout zwang ihn zu einer radikalen Zäsur. Er verließ den Ikarus und den sternegetriebenen Fine-Dining-Zirkus. Diese Phase war ein öffentlicher und schmerzhafter Einblick in die Schattenseiten der Spitzengastronomie. Sie markierte aber auch den Beginn eines neuen, reiferen Kapitels.

Die Wiedergeburt: Trettls Wirtshaus & die Rückkehr zum Wesentlichen

Nach einer Phase der Erholung und Neuorientierung kehrte Trettl 2018 an seine Wurzeln zurück – jedoch auf seine ganz eigene Weise. In St. Johann in Tirol eröffnete er „Trettls Wirtshaus“. Der Name ist Programm: Kein sternträchtiger Tempel, sondern ein bodenständiges, lebendiges Wirtshaus mit regionalem Schwerpunkt und handwerklicher Klasse. Hier kocht er die Gerichte, die er liebt: klar, ehrlich, voller Geschmack, inspiriert von seiner Heimat und seinen Reisen. Es ist eine kulinarische Befreiung und eine Liebeserklärung an die unprätentiöse Genusskultur.

Seine Rolle sieht er heute mehr als „Foodscout“ und Geschmacksvermittler. In seinen Social-Media-Kanälen, Büchern und Auftritten geht es um die Freude am Essen, um das Entdecken von Produkten und Menschen, um die Story hinter dem Gericht. Er hat sich vom Küchenchef zum Kurator des guten Geschmacks gewandelt.

Das Privatleben: Die Familie als Anker

In seiner oft stürmischen Karriere war und ist seine Familie der entscheidende Anker. Lange Zeit war seine Lebenspartnerin Daniela Trettl (geb. Haider) die Managerin im Hintergrund, die das Business an seiner Seite führte. Gemeinsam haben sie einen Sohn, Luis, der 1997 geboren wurde und inzwischen erwachsen ist. Die Familie war stets sein privater Rückzugsort, besonders in der schwierigen Zeit des Burnouts. Die Beziehung zu Daniela endete nach vielen Jahren, aber sie bleibt eine wichtige Figur in seinem Leben, insbesondere als Mutter seines Sohnes.

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Roland Trettls Vermächtnis: Mehr als nur Sterne

Roland Trettls Bedeutung lässt sich nicht in Michelin-Sternen allein messen. Sein Vermächtnis ist vielfältig:

  1. Demokratisierung der Sterneküche: Mit dem „Chefs on Tour“-Konzept machte er internationale Spitzenküche für ein breites Publikum erlebbar und brachte globale Trends nach Österreich.
  2. Die menschliche Seite der Küche: Er sprach offen über psychische Belastungen in der Gastronomie und brach damit ein Tabu.
  3. Vom Sternekoch zum Geschmacksbotschafter: Seine Entwicklung zeigt einen zeitgemäßen Weg für Köche, die mehr wollen als nur im Restaurant stehen: Kommunikation, Entdeckung und Weitergabe von Wissen.
  4. Die Rückbesinnung: Mit „Trettls Wirtshaus“ bewies er, dass wahre Klasse auch in der Bodenständigkeit liegt und dass Genuss nicht zwangsläufig mit weißem Tischtuch und Stille verbunden ist.

Roland Trettl ist heute ein gereifter, reflektierter Mann, der seine Leidenschaft für das Essen neu definiert hat. Er ist nach wie vor ein Suchender, ein leidenschaftlicher Erzähler und ein Mann, der verstanden hat, dass das beste Rezept für ein erfülltes Leben aus einer guten Balance zwischen Berufung, Leidenschaft und persönlichem Glück besteht. Sein Weg ist eine moderne Parabel über Erfolg, Scheitern und die Kunst, sich selbst und seine Prioritäten immer wieder neu zu finden. Er bleibt, was er immer war: ein echter Originalton in der oft so uniformen Welt der Gastronomie.

FAQs zu Roland Trettl

Wer ist Roland Trettls Freundin?

Roland Trettl ist bezüglich seines aktuellen Beziehungsstatus sehr privat. Nach der langjährigen Beziehung mit Daniela Trettl, der Mutter seines Sohnes, gibt er Details zu seinem Privatleben nur selten preis. Öffentlich ist keine feste Freundin oder Partnerin bekannt.

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Wie alt ist Trettls Sohn?

Roland Trettls Sohn heißt Luis und wurde 1997 geboren. Somit ist er aktuell (Stand 2024) 27 Jahre alt. Luis ist aus der Beziehung mit Daniela Trettl hervorgegangen.

Was ist Daniela Trettls Beruf heute?

Daniela Trettl (geb. Haider) war über viele Jahre die Managerin und Geschäftspartnerin an der Seite von Roland Trettl. Nach der Trennung des Paares hat sie sich beruflich neu orientiert. Öffentlich bekannte Informationen über ihren aktuellen konkreten Beruf sind nicht leicht zugänglich, da sie ein sehr privates Leben führt und nicht mehr im Rampenlicht steht.

Wie viele Kinder hat Roland Trettl?

Roland Trettl hat ein Kind: seinen Sohn Luis (geb. 1997) aus der Beziehung mit Daniela Trettl. Öffentlich sind keine weiteren Kinder bekannt.

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