Im vielfältigen Universum der deutschen Schauspielkunst gibt es Persönlichkeiten, die nicht nur durch ihre Rollen, sondern auch durch ihre einzigartige Präsenz und ihr Engagement auffallen. Eine solche Künstlerin ist Janina Fautz. Für viele ist sie vor allem als Merle von Wilsberg aus der beliebten Krimireihe ein vertrautes Gesicht. Doch hinter dieser Figur verbirgt sich eine vielschichtige Schauspielerin, Synchronsprecherin und eine Frau, die ihre Plattform nutzt, um auf wichtige gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen. Dieser Blogbeitrag taucht ein in die Karriere, die Rollen und die persönlichen Überzeugungen dieser beeindruckenden Künstlerin.
Vom Kinderzimmer in die Welt der Synchronisation: Die Anfänge
Janina Fautz, geboren am 26. September 1990 in Mönchengladbach, fand ihren Weg zur Schauspielerei bereits in jungen Jahren. Ihr Talent war früh erkennbar, und so startete sie ihre Karriere nicht etwa vor der Kamera, sondern hinter dem Mikrofon. Als Synchronsprecherin verlieh sie bereits in ihrer Jugend zahlreichen internationalen Film- und Serienstars ihre Stimme. Diese frühe Schule der Stimmführung und Charakterarbeit prägte sie nachhaltig. Sie synchronisierte Rollen in großen Produktionen wie „Die Tribute von Panem“ (als Rue) oder „Boyhood“, wo sie die Figur der Samantha über Jahre hinweg begleitete. Diese Erfahrung schärfte ihr Gespür für Nuancen, Timing und die Kunst, einer Figur allein durch die Stimme Seele einzuhauchen – eine Fähigkeit, die ihrer späteren Schauspielarbeit zugutekam.
Der Durchbruch: Merle von Wilsberg und die Bühne des Krimis
Die Rolle, die Janina Fautz einem breiten Publikum bekannt machte, ist unbestritten die der Merle von Wilsberg. Seit 2015 verkörpert sie die weltoffene, kluge und eigenwillige Nichte des Münsteraner Privatdetektivs Georg Wilsberg (gespielt von Leonard Lansink). Merle ist mehr als nur eine Nebenfigur; sie ist die moderne, digitale und moralische Gegenstimme zum etwas altmodischen, aber herzlichen Wilsberg. Als Informatik-Studentin und spätere IT-Expertin steht sie für eine neue Generation, löst Probleme mit dem Laptop und ist doch stets mit ganzem Herzen bei der familiären „Detektei“.
Fautz bringt Merle eine unglaubliche Authentizität und Warmherzigkeit ein. Sie macht die Figur sympathisch, ohne sie zu idealisieren. Merle hat Ecken und Kanten, macht Fehler und wächst an ihnen. Diese Interpretation hat das „Wilsberg“-Universum bereichert und einer jüngeren Zielgruppe zugänglich gemacht. Die Serie, die in Münster spielt, profitierte stark von der natürlichen Chemie zwischen Lansink und Fautz, die ein herzliches Onkel-Nichte-Verhältnis aufbauen, das den Kern der Serie bildet.
Die Schauspielerin im Rollstuhl: Eine Rolle mit Symbolkraft
Eine besondere Facette von Janina Fautz‘ Karriere und Engagement zeigt sich in einer speziellen „Wilsberg“-Episode. In dem Film „Wilsberg: Halbstark“ (2020) spielt sie nicht Merle, sondern die Gastrolle der Kim Schmidt. Kim ist eine junge Frau, die nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Diese Rolle übernahm Fautz, die selbst seit ihrer Kindheit mit einer Gehbehinderung lebt, mit großer Überzeugung und Sensibilität.
Die Besetzung war eine bewusste und wichtige Entscheidung der Produzenten. Statt eine nicht-behinderte Schauspielerin zu casten, vertraute man auf die Authentizität und Erfahrung von Janina Fautz. Sie selbst äußerte sich dazu, wie bedeutsam es ist, dass Menschen mit Behinderung ihre eigenen Geschichten erzählen und spielen. Ihre Darstellung der Kim war frei von Klischees, zeigte eine komplexe, starke und lebensbejahende Person. Mit dieser Rolle setzte Fautz ein starkes Zeichen für Inklusion und Repräsentation im deutschen Fernsehen und bewies erneut, dass ihre Schauspielkunst weit über die Komfortzone einer Stammrolle hinausreicht.
Janina Fautz jenseits von Wilsberg: Theater, Film und Aktivismus
Ihr Talent ist nicht auf die Fernsehkrimis beschränkt. Janina Fautz ist auch eine leidenschaftliche Theater-Schauspielerin. Auf der Bühne entfaltet sie eine andere Art von Präsenz und Unmittelbarkeit. Zudem steht sie für Filmprojekte vor der Kamera, die gesellschaftlich relevante Themen behandeln.
Ein zentraler Bestandteil ihres Wirkens ist ihr gesellschaftspolitisches Engagement. Besonders am Herzen liegt ihr die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen. Sie spricht offen über ihre eigenen Erfahrungen, über Barrieren – nicht nur baulicher, sondern auch mentaler Art – und setzt sich für eine inklusivere Medienlandschaft ein. In Interviews und auf ihren Social-Media-Kanälen fordert sie dazu auf, Diversität nicht als Quote, sondern als selbstverständlichen Teil des Geschichtenerzählens zu begreifen. Diese Haltung macht sie zu einer wichtigen Stimme ihrer Generation innerhalb der Kulturbranche.
Die Kunst der Synchronisation: Ihre zweite große Bühne
Parallel zur Schauspielerei hat Janina Fautz ihre Karriere als Synchronsprecherin stets weiterverfolgt. Ihre Stimme ist in unzähligen Kino- und TV-Produktionen zu hören. Sie leiht ihre markante, vielseitige Stimme Schauspielerinnen wie Kiernan Shipka (Chilling Adventures of Sabrina) oder Mackenzie Foy (Interstellar). Diese Arbeit erfordert ein tiefes Verständnis für die ursprüngliche Performance und die Fähigkeit, sie in der deutschen Fassung emotional genau zu treffen. Es ist eine Kunst, die im Verborgenen wirkt, aber maßgeblich zum Filmerlebnis beiträgt.
Was die Zukunft bringt
Janina Fautz steht mitten in einer vielversprechenden Karriere. Sie hat es geschafft, sich von einer erfolgreichen Synchronsprecherin zu einer festen Größe im deutschen Fernsehen zu entwickeln – und das auf ihre ganz eigene Art. Sie kombiniert künstlerische Professionalität mit einer Haltung, die für Respekt, Vielfalt und Authentizität steht. Man darf gespannt sein, welche Film- und Theaterrollen sie als nächstes annehmen wird und wie sie ihre Plattform weiter nutzen wird, um wichtige Diskurse anzustoßen.
Sie ist mehr als „nur“ Merle von Wilsberg. Sie ist eine vielseitige Künstlerin, eine beeindruckende Synchronsprecherin und eine engagierte Persönlichkeit, die das deutsche Unterhaltungsangebot nicht nur bereichert, sondern auch bewusst mitgestaltet.
FAQs über Janina Fautz
Was macht Janina Fautz heute?
Janina Fautz ist nach wie vor als Schauspielerin und Synchronsprecherin aktiv. Sie verkörpert weiterhin die Rolle der Merle von Wilsberg in den neuen Folgen der ZDF-Krimireihe. Parallel arbeitet sie an Theaterprojekten, Filmrollen und ist als Stimme in zahlreichen Synchronisationen für Filme und Serien zu hören. Zudem nutzt sie ihre öffentliche Präsenz, um sich für Inklusion und die Rechte von Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Wie alt ist Merle von Wilsberg?
Das genaue Geburtsdatum von Merle von Wilsberg wird in der Serie nicht explizit genannt. Sie wurde als Informatik-Studentin eingeführt und ist die Nichte von Georg Wilsberg. Schätzungen gehen davon aus, dass die Figur Mitte bis Ende 20 ist. Janina Fautz selbst wurde 1990 geboren und spielte die Rolle ab ihrem 25. Lebensjahr, was der Figur ein ähnliches Alter verleiht.
Wer ist die Schauspielerin im Rollstuhl bei Wilsberg?
In der „Wilsberg“-Folge „Halbstark“ (2020) spielt Janina Fautz selbst die Gastrolle der Kim Schmidt, einer jungen Frau im Rollstuhl. Diese Besetzung war besonders, weil Fautz, die selbst eine Gehbehinderung hat, diese Rolle mit großer Authentizität verkörperte. Es ist nicht eine andere Schauspielerin, sondern Janina Fautz in einer anderen Rolle als ihrer Stammfigur Merle.
Wo spielt Janina Fautz?
Janina Fautz ist primär in der Rolle der Merle von Wilsberg zu sehen. Die Handlung der „Wilsberg“-Krimireihe spielt hauptsächlich in Münster (Westfalen) und Umgebung. Die Dreharbeiten finden daher regelmäßig in dieser Stadt und der Region statt. Für andere Film- und Theaterprojekte arbeitet sie an verschiedenen Drehorten und Bühnen in ganz Deutschland.








