irene clarin
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Im Schatten eines der größten deutschen Schauspielstars liegt oft eine Geschichte, die ebenso fesselnd ist wie die des Prominenten selbst. So ist es auch bei Irene Clarin, der Frau, die über drei Jahrzehnte lang an der Seite von Götz George stand. Während „Derrick“, „Schimanski“ und „Das schreckliche Mädchen“ die Leinwände und Fernsehbildschirme beherrschten, führte sie ein Leben, das bewusst abseits der Öffentlichkeit stattfand. Doch wer ist die Frau, die das Herz des viel umjubelten und ebenso komplizierten Künstlers eroberte und bis zu seinem Tod hielt?

Irene Clarin ist und bleibt eine bewusste Unbekannte. Geboren am 21. August 1942 in Hamburg, entstammt sie selbst einer künstlerischen Familie. Ihr Vater war der renommierte Schauspieler und Hörspielsprecher Gerd Frickhöffer, ihre Mutter die Schauspielerin Ingeburg Wolff. Das Theaterblut floss also auch in ihren Adern, doch Irene Clarin entschied sich für einen Weg hinter den Kulissen. Sie wurde Maskenbildnerin – ein Beruf, der Feingefühl, Diskre-tion und einen Blick für das Wesentliche erfordert. Es war diese Profession, die schicksalhaft ihren Lebensweg mit dem von Götz George verknüpfen sollte.

Die erste Begegnung der beiden fand in den 1970er Jahren am Thalia Theater in Hamburg statt. Er, der bereits bekannte Sohn des legendären Schauspielers Heinrich George, war der Star auf der Bühne. Sie, die ruhige und kompetente Maskenbildnerin, sorgte dafür, dass er unter den Scheinwerfern perfekt aussah. Aus einer zunächst professionellen Beziehung entwickelte sich langsam mehr. Götz George, oft beschrieben als impulsiv, melancholisch und misstrauisch gegenüber der medialen Welt, fand in Irene Clarin einen ruhenden Pol. Sie verkörperte alles, was er am Rampenlicht mied: Bodenständigkeit, Privatsphäre und eine absolute Verschwiegenheit nach außen.

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1980 heirateten sie in stiller Zeremonie. Diese Ehe war von Anfang an ein stillschweigender Pakt gegen die Öffentlichkeit. Während Götz George in seine Rollen schlüpfte und sich für den „Tatort“ in den Hamburger Hafen stürzte, bewirtschaftete Irene Clarin ihren Garten, kümmerte sich um den Haushalt und schuf in ihrem gemeinsamen Zuhause in Köln-Marienburg einen geschützten Hafen. Sie war die Managerin des Alltags, die ihn vor Belanglosigkeiten schützte und ihm den Raum für seine künstlerische Intensität gab. In Interviews sprach George nur selten, aber dann stets mit größter Hochachtung von seiner Frau. Sie sei sein „Fels in der Brandung“, sein „einziger sicherer Hafen“ gewesen. Diese Worte eines Mannes, der für seine Zurückhaltung bekannt war, sagen mehr aus als jede öffentliche Liebeserklärung.

Ihre Rolle war die der stillen Beschützerin. In einer Zeit, in der die Privatsphäre von Stars zunehmend zur Handelsware wurde, gelang es Irene Clarin nahezu perfekt, sich und ihre Ehe aus den Schlagzeilen herauszuhalten. Es gibt keine Skandalgeschichten, keine gemeinsamen Auftritte auf dem roten Teppich, keine Interviews über das Eheglück. Diese bewusste Unsichtbarkeit war ihr aktiver Beitrag zur Beziehung und möglicher-weise der Schlüssel zu ihrer Langlebigkeit. Sie ermöglichte es George, die Spannung zwischen seinem extrovertierten Beruf und seinem introvertierten Privatleben auszuhalten.

Die größte Bewährungsprobe für die Eheleute kam mit den gesundheitlichen Problemen von Götz George. Die Gerüchte und Fragen um seine Gesundheit begannen in den 2000er Jahren zu kursieren. Hier wurde die Schutzfunktion von Irene Clarin noch deutlicher. Sie fungierte als Schild zwischen dem kranken Mann und der neugierigen Außenwelt. Weder bestätigte noch dementierte sie jemals etwas. Sie begleitete ihn zu Arztterminen, pflegte ihn in den schweren Zeiten und sorgte dafür, dass er seine Würde behielt, selbst als sein Körper ihn im Stich ließ.

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Der Tod von Götz George am 19. Juni 2016 in Hamburg traf die Öffentlichkeit tief. An seiner Seite, wie immer: Irene Clarin. Auch in der Trauer hielt sie an ihrer Linie der Diskretion fest. Sie organisierte eine Beisetzung im engsten Familienkreis, ohne Medien, ohne Staatsakt. Sie erfüllte damit den letzten Wunsch ihres Mannes und bewies einmal mehr, dass ihre Loyalität und Liebe über den Tod hinausreichte. Seitdem lebt Irene Clarin zurückgezogen. Das Erbe ihres Mannes verwaltet sie still und kompetent, ohne sich je in der Öffentlichkeit zu seinem Andenken zu äußern. Sie bleibt die Hüterin seiner Privatsphäre, auch posthum.

Irene Clarins Geschichte ist keine der großen Gesten, sondern eine der stillen, konsequenten Handlungen. In einer Zeit des Oversharing steht sie für einen fast ausgestorbenen Wert: die Kraft der Intimsphäre. Sie liebte nicht den Star Götz George, sondern den Menschen dahinter. Und sie gab ihm das größte Geschenk, das man einem im Rampenlicht stehenden Menschen machen kann: einen normalen, geschützten und echten Lebensraum. In ihrer Unsichtbarkeit liegt ihre eigentliche Stärke und die wahre Bedeutung ihrer Rolle. Sie war nicht die Frau hinter dem großen Mann – sie war das Fundament, auf dem er stehen konnte.

FAQs zu Götz George

Hatte Götz George eine Beinprothese?

Nein, Götz George hatte keine Beinprothese. Die langsamere, teilweise hinkende Gehweise, die er in seinen späteren Jahren zeigte, wurde auf gesundheitliche Probleme, wahrscheinlich im Bereich der Hüfte oder der Wirbelsäule, zurückgeführt. Solche Gerüchte entstanden oft aufgrund seiner sichtbaren Mobilitätseinschränkungen, die jedoch nicht auf eine Amputation hindeuteten.

Hat Götz George getrunken?

Götz George war für seine Leibesfülle in späteren Jahren bekannt, was oft fälschlicherweise mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wurde. Er selbst hat in seltenen Interviews stets betont, dass er kein großer Trinker sei. Seine Gewichtszunahme führte er eher auf seine Vorliebe für gut-es Essen und gesundheitliche bzw. stoffwechselbedingte Gründe zurück. Es gibt keine belegten Erkenntnisse über ein Alkoholproblem.

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Was war der Badeunfall von Götz George?

Der sogenannte „Badeunfall“ ist ein zentrales und tragisches Ereignis in der Biografie von Götz George. Im Jahr 1946, als George dreizehn Jahre alt war, ertrank sein älterer Bruder Jan beim Spielen in einem Baggersee vor seinen Augen. Götz George konnte ihn nicht retten. Dieses traumatische Erlebnis hat ihn nach eigener Aussage zeitlebens tief geprägt und zu seiner melancholischen und introvertierten Grundstimmung beigetragen.

Wie starb George?

Götz George starb am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus in Hamburg an den Fol-ge einer schweren Krebserkrankung. Die genaue Art der Krebserkrankung wurde von seiner Familie und seinen Vertrauten nie öffentlich preisgegeben, um die Privatsphäre des Verstorbenen zu wahren. Bis zuletzt war seine Ehefrau Irene Clarin an seiner Seite. Sein Tod erfolgte friedlich und im Kreise seiner engsten Angehörigen.

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