götz george welche krebsart
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Götz George, der volksnahe Charakterdarsteller und unvergessliche „Tatort“-Kommissar Schimanski, hinterließ mit seinem Tod am 26. Juni 2016 eine Lücke im deutschen Film- und Fernsehen. Sein Ableben traf viele Fans unerwartet, und die Umstände waren zunächst nicht öffentlich bekannt. Erst nach und nach drangen Details an die Öffentlichkeit: Götz George war an Krebs verstorben. Doch welche Krebsart war es genau? Dieser Frage wollen wir hier nachgehen und gleichzeitig das Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Schauspielers würdigen.

Die Krankheit: Ein diskreter Kampf

Im Gegensatz zu vielen anderen Prominenten führte Götz George seinen letzten Kampf nicht vor den Augen der Öffentlichkeit. Er war stets ein sehr privater Mensch, der sein Leben fernab der Kameras und Klatschspalten führte. Diese Haltung bewahrte er auch während seiner Krankheit. Es gab keine öffentlichen Statements, keine Krankenhausfotos, keine Kampagnen. Sein Tod kam für die meisten überraschend.

Nach Angaben seiner Familie und seines engen Freundeskreises starb Götz George an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Diese Diagnose ist besonders schwerwiegend, da dieser Tumor oft erst spät entdeckt wird und dann bereits fortgeschritten ist. Die Symptome sind unspezifisch – Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust, Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit – und werden leicht mit anderen, harmloseren Beschwerden verwechselt. Die Therapiemöglichkeiten sind bei einer späten Diagnose oft begrenzt. Es ist davon auszugehen, dass George die Krankheit mit der ihm eigenen Disziplin und Zurückhaltung ertrug, ganz so, wie er auch seine Rollen mit größtem Ernst und Intensität anging.

Ein Leben für die Schauspielerei: Vom Sohn zur Legende

Götz George wurde am 23. Juli 1938 in Berlin als Sohn des berühmten Schauspielers Heinrich George und der Schauspielerin Berta Drews geboren. Sein Weg schien vorgezeichnet, doch er kämpfte darum, nicht nur als „Sohn von“ wahrgenommen zu werden. Seine Karriere war außergewöhnlich vielfältig. Er begann am Theater, spielte in den 60er Jahren in Heimatfilmen und etablierte sich dann als ernsthafter Charakterdarsteller in anspruchsvollen Film- und Fernsehproduktionen.

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Seine Wandlungsfähigkeit war legendär. Ob als eindringlicher Titelheld in „Der Totmacher“ (über den Serienmörder Fritz Haarmann), als widerständiger Bergmann in „Das schreckliche Mädchen“ oder als einfühlsamer Arzt in verschiedenen Dramen – George verkörperte jede Figur mit einer physischen Präsenz und psychologischen Tiefe, die ihn zu einem der größten deutschen Schauspieler machte.

Die Ikone: Schimanski

Eine Rolle jedoch überragte alle anderen und machte ihn zum Volkshelden: Hauptkommissar Horst Schimanski im „Tatort“ aus Duisburg. Von 1981 bis 1991 prägte George diesen raubeinigen, emotionalen, zutiefst menschlichen Ermittler, der die Figur des Fernsehkommissars in Deutschland revolutionierte. Schimanski war kein distanzierter Denker im Anzug, er war ein Mann aus dem Volk. Er trug Lederjacke und Jeans, trank Bier aus der Flasche, war jähzornig, einfühlsam und immer auf der Seite der Schwachen. Er kämpfte nicht nur gegen Verbrecher, sondern oft auch gegen die Bürokratie seines eigenen Apparats.

Diese Rolle war so stark mit George verbunden, dass viele Zuschauer Mühe hatten, den Schauspieler von der Figur zu trennen. Die Ausstrahlung des letzten Schimanski-„Tatorts“ 1991 war ein nationales Ereignis. Später kehrte er in einer eigenen Reihe („Schimanski“) nochmals zurück, bis ins Jahr 2013.

Die Kunst der Selbstlosigkeit: Method Acting à la George

Götz George gehörte zu den Verfechtern des „Method Acting“, bei dem der Schauspieler vollkommen in seine Rolle eintaucht. Für „Der Totmacher“ nahm er stark zu und veränderte seine gesamte Körperhaltung. Für Schimanski eignete er sich eine raue, direkte Ausdrucksweise an. Er lebte für seine Rollen, was oft eine immense körperliche und seelische Belastung bedeutete. Dieser totale Einsatz für die Kunst brachte ihm nicht nur Bewunderung, sondern auch gesundheitliche Probleme ein, über die er jedoch nie öffentlich klagte.

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Sein Privatleben hielt er konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Er war zweimal verheiratet und hatte eine Tochter. Seine wahre Leidenschaft galt aber der Malerei, einer Kunst, die ihm im Gegensatz zur Schauspielerei absolute Zurückgezogenheit und Kontrolle ermöglichte.

Das Vermächtnis: Mehr als nur Schimanski

Die Nachricht von seinem Tod an Bauchspeicheldrüsenkrebs traf das Land tief. Die Trauer war weit über die Grenzen des Fernsehpublikums hinaus spürbar. Sie galt nicht nur einem Fernsehstar, sondern einem Stück deutscher Kulturgeschichte, einem Schauspieler, der wie kein zweiter soziale Realitäten und menschliche Abgründe verkörpert hatte.

Götz George zeigt in seinem Sterben wie in seinem Leben eine Haltung, die in unserer Zeit der ständigen Selbstoffenbarung ungewöhnlich ist: Die Würde des Privaten, der Wert der Diskretion und der Glaube, dass die Arbeit, das künstlerische Werk, für sich sprechen sollte – und nicht das Privatleben des Künstlers. Sein Kampf gegen den Krebs fand im Verborgenen statt, so wie viele Kämpfe vieler „normaler“ Menschen. In dieser Hinsicht blieb er bis zuletzt dem Geist seines Alter Egos Schimanski treu: nahbar, echt und ohne falsches Pathos.

Seine Filmografie und die unvergesslichen Figuren, die er geschaffen hat, sind sein bleibendes Denkmal. Götz George starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber in Erinnerung bleibt er als kraftvoller Künstler, der die deutsche Schauspiellandschaft nachhaltig geprägt hat.

FAQs zu Götz George

Hatte Götz George wirklich eine Beinprothese?


Nein, Götz George hatte keine Beinprothese. Dieser Mythos entstand vermutlich aufgrund seiner intensiven und manchmal leicht hinkenden Gangart in einigen Rollen, insbesondere als Schimanski. George nutzte seine Körperlichkeit stark für die Charakterisierung seiner Figuren. Eventuelle Beeinträchtigungen im Alter hatten nichts mit einer Prothese zu tun.

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War Schimanski Raucher?


Ja, die Figur des Kommissars Horst Schimanski war ein starker Raucher. Zigaretten (oft selbstgedrehte) waren ein markantes Accessoire der Rolle und unterstreichen das image des raubeinigen, nonkonformistischen Ermittlers. Götz George selbst war in seinen jüngeren Jahren auch Raucher, hatte aber laut Aussagen von Weggefährten später aufgehört.

Hat Götz George seine Stunts selbst gemacht?


Götz George war für seinen enormen körperlichen Einsatz bekannt und führte viele anspruchsvolle Szenen, insbesondere Verfolgungsjagden und Handgreiflichkeiten, weitgehend selbst aus. Für besonders gefährliche Spezialstunts wurden jedoch natürlich Stuntmen eingesetzt. Sein Credo war stets größtmögliche Authentizität, weshalb er seine Grenzen oft ausschöpfte.

Wer ist die Witwe von Götz George?


Götz George war zum Zeitpunkt seines Todes nicht verheiratet. Seine zweite Ehe mit der Schauspielkollegin Marika von Adam war bereits 1998 geschieden worden. Er hinterließ seine Lebensgefährtin, die Journalistin und Autorin Gabrielle von Rautenfeld, mit der er viele Jahre bis zu seinem Tod in langer Beziehung lebte. Sie verwaltet maßgeblich seinen künstlerischen und persönlichen Nachlass.

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