Die ZDF-Erfolgssendung „Bares für Rares“ ist nicht nur durch faszinierende Antiquitäten und überraschende Bewertungen populär geworden, sondern vor allem durch die einzigartigen Persönlichkeiten vor und hinter dem Tresen. Die Nachricht, dass einer der beliebten Händler von „Bares für Rares“ verstorben ist, berührt daher regelmäßig Millionen von Zuschauern. Dieser Blogbeitrag widmet sich den Händlern, die uns verlassen haben, ihrer Bedeutung für die Show und der Frage, wie das Format mit diesen Verlusten umgeht.
Die einzigartige Chemie der Händler: Das Herzstück der Show
„Bares für Rares“ funktioniert wegen seines genialen Konzepts: Alltagsexperten bringen ihre Schätze zu ausgewiesenen Fachleuten, erhalten eine Einschätzung und verhandeln dann in der sogenannten „Händler-Runde“ mit fünf professionellen Händlern um den besten Preis. Diese Händler – eine bunte Mischung aus charismatischen, schrulligen, schlagfertigen und einfühlsamen Persönlichkeiten – sind der eigentliche Dreh- und Angelpunkt. Sie liefern nicht nur fachliche Kommentare, sondern auch menschliche Momente, emotionale Geschichten und nicht zuletzt humorvolle Wortgefechte. Jeder von ihnen hat ein spezifisches Profil, eine eigene Fangemeinde und eine unverwechselbare Verhandlungsstrategie.
Der Tod eines dieser fest etablierten Mitglieder der „Bares für Rares“-Familie reißt daher stets eine Lücke. Es ist, als würde ein Stück vertrauter Fernsehheimat verloren gehen. Die Zuschauer haben diese Händler über Jahre begleitet, ihre Vorlieben und Abneigungen kennengelernt und sich mit ihnen gefreut oder geärgert. Ihr Ableben wird deshalb oft sehr persönlich empfunden.
In stiller Trauer: Das Schweigen des ZDF
Das ZDF geht mit solch sensiblen Themen äußerst diskret um. In der Regel wird der Tod eines Händlers nicht in der Sendung thematisiert oder durch einen offiziellen Trauerbeitrag im TV gewürdigt. Stattdessen verschwindet die Person schlicht aus der Rotation der auftretenden Händler. Für aufmerksame Zuschauer wird die Abwesenheit bemerkbar, und oft sorgt erst die Berichterstattung in Sozialen Medien oder in Publikumszeitschriften für Gewissheit.
Diese Zurückhaltung ist bewusst gewählt. Zum einen respektiert sie die Privatsphäre der Hinterbliebenen, die nicht immer im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen möchten. Zum anderen möchte der Sender die unterhaltsame und leichtfüßige Atmosphäre der Sendung bewahren. Eine offizielle Trauerbekundung inmitten von unterhaltsamen Trödelgeschichten könnte als unpassend empfunden werden. Dennoch bedeutet dieses Schweigen nicht, dass die Produktion oder das Team nicht betroffen wären. Hinter den Kulissen herrscht oft große Bestürzung über den Verlust eines geschätzten Kollegen.
Die Händler, die uns verlassen haben: Ein Rückblick
Mehrere der ursprünglichen und langjährigen Händler von „Bares für Rares“ sind in den vergangenen Jahren verstorben. Ihr Andenken bleibt in den unzähligen Sendungen erhalten, die noch in der Mediathek und in Wiederholungen zu sehen sind.
Luis „Waldi“ Portmann († 13. Juni 2023): Die wohl prominenteste und emotionalste Nachricht war der Tod von Luis Portmann, besser bekannt als „Waldi“. Der schweizerisch-deutsche Antiquitätenhändler mit der markanten Hornbrille und dem trockenen Humor war von der ersten Stunde (2013) dabei. Seine Spezialgebiete waren Uhren, Schmuck und Objekte aus Silber. Waldi war bekannt für sein charmantes, aber bestimmtes Verhandlungsgeschick und seine oft etwas sarkastischen, aber stets liebenswürdigen Kommentare. Sein plötzlicher Tod im Alter von 55 Jahren erschütterte die Fangemeinde zutiefst. Die Umstände wurden nicht öffentlich detailliert, was zu viel Spekulation führte. Fest steht, dass seine lebensfrohe Art und sein Fachwissen unersetzlich sind. Sein Ausstieg aus der Sendung einige Zeit vor seinem Tod war bereits auf große Verwunderung gestoßen (mehr dazu in den FAQs).
Walter „Walti“ Lehnhoff († 8. Oktober 2020): Der schwäbische Händler mit der großen Brille und der herzlichen Art war ebenfalls ein Urgestein. Walti war der gemütliche Gegenpol zu manch hitzigerem Kollegen. Seine Expertise lag vor allem bei alten Möbeln, Holzspielzeug und volkstümlicher Kunst. Er verhandelte stets fair und mit einem warmherzigen Lächeln. Sein Tod nach längerer Krankheit hinterließ eine große Lücke in der Runde.
Elke Velten († 16. Juli 2023): Auch wenn sie nicht zur klassischen Händler-Runde gehörte, war Elke Velten als Expertin ein fester Bestandteil der Show. Die Kunsthistorikerin und Gemälde-Expertin mit der sanften, aber bestimmten Stimme begutachtete unzählige Bilder in der Expertenrunde. Ihr fachkundiges Urteil und ihre angenehme Art machten sie sehr beliebt. Ihr Tod im Alter von 63 Jahren traf das „Bares für Rares“-Team auf einer anderen, aber ebenso schmerzlichen Ebene.
Wie geht die Sendung mit der Lücke um?
Die Dynamik der Händler-Runde ist ein fragiles System. Das ZDF und die Produktionsfirma filmpool löst das Problem des fehlenden Händlers nicht durch eine direkte „Ersetzung“, sondern durch eine Erweiterung des Rotationsprinzips. Es gibt einen festen Stamm von Händlern (wie z.B. Julian Schmitz-Avila, Fabian Kahl, Susanne Steiger, Stephan Bernhausen und Hans-Peter Walter), die am häufigsten zu sehen sind. Daneben gibt es eine Reihe von Gast- oder Vertretungshändlern, die regelmäßig, aber seltener auftreten (wie etwa die Kunstexpertin Christine Kröger oder der Kunsthändler Christian Reister).
Durch diese Flexibilität kann die Runde variiert werden, ohne dass jemand explizit „nachbesetzt“ werden muss. Dennoch ist klar: Persönlichkeiten wie Waldi oder Walti sind nicht kopierbar. Die Sendung entwickelt sich einfach weiter, und neue Konstellationen und Dynamiken entstehen. Die Erinnerung an die verstorbenen Händler bleibt dabei stets präsent – vor allem in den Herzen der Zuschauer, die in Online-Foren und Social-Media-Kanälen ihrer Dankbarkeit für die unterhaltsamen Stunden Ausdruck verleihen.
Das Vermächtnis der verstorbenen Händler
Was macht die Popularität dieser Händler aus? Es ist ihre Authentizität. Sie waren keine Schauspieler, sondern echte Händler mit Leidenschaft für ihre Objekte und einem tiefen Wissen, das sie unterhaltsam vermittelten. Sie hatten Ecken und Kanten, waren sympathisch und manchmal auch störrisch. In einer zunehmend digitalen und anonymen Welt verkörperten sie echtes Handwerk, zwischenmenschliche Verhandlung und leidenschaftlichen Enthusiasmus für die Geschichten hinter den Dingen.
Ihr Tod erinnert uns daran, dass „Bares für Rares“ mehr ist als eine Trödelshow. Es ist ein Porträt besonderer Charaktere, ein Stück Zeitgeschichte und manchmal auch ein wenig Soziologie. Die verstorbenen Händler haben dieses Format mitgeprägt und ihm seine Seele gegeben. Auch wenn sie nicht mehr am Tresen stehen, leben sie in den zahlreichen Wiederholungen und den Erinnerungen der Fans weiter.
Die Sendung wird sich verändern, neue Gesichter werden hinzukommen, aber die Legenden der ersten Stunde – allen voran der unvergessliche Waldi – werden für immer ein Teil der Erfolgsgeschichte von „Bares für Rares“ bleiben.
FAQs: Häufig gestellte Fragen
Warum flog Waldi bei Bares für Rares raus?
Luis „Waldi“ Portmann wurde nicht aus der Sendung „geflogen“. Die Umstände seines Ausstiegs vor seinem Tod wurden nie vollständig öffentlich geklärt. Es gab Medienberichte, die von internen Unstimmigkeiten oder einer gewünschten Pause sprachen. Das ZDF selbst äußerte sich dazu nicht detailliert. Vieles deutet darauf hin, dass gesundheitliche und private Gründe für seinen Rückzug aus dem Fernsehgeschäft eine Rolle spielten. Sein plötzlicher Tod einige Zeit später beendete dann endgültig jede Hoffnung auf eine Rückkehr.
Welche Expertin von Bares für Rares ist gestorben?
Die bekannte und beliebte Gemälde-Expertin Elke Velten ist am 16. Juli 2023 verstorben. Sie war keine Händlerin in der finalen Runde, sondern gehörte zum Kreis der Fachleute, die in der ersten Sendehälfte die mitgebrachten Objekte begutachteten und bewerteten. Mit ihrer ruhigen und kompetenten Art war sie viele Jahre eine feste Größe in der Expertenrunde.
Wer ist der reichste Händler bei Bares für Rares?
Über die tatsächlichen Privatvermögen der Händler gibt es keine offiziellen Angaben. Spekulationen und Einschätzungen basieren auf ihrem geschätzten Geschäftsvolumen und ihren offensichtlich teuren Lebensstilen. Julian Schmitz-Avila wird häufig als einer der finanziell erfolgreichsten Händler der Runde angesehen. Der Kunsthändler und Galerist aus Düsseldorf handelt mit hochpreisiger Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und hat ein internationales Klientel. Auch Fabian Kahl, der mit seinem Unternehmen „Falkult“ auf hochwertige Antiquitäten und Naturalien spezialisiert ist, verfügt sicherlich über ein beträchtliches Vermögen.
Ist Waldi bei Bares für Rares gestorben?
Ja, Luis „Waldi“ Portmann ist am 13. Juni 2023 verstorben. Sein Tod trat jedoch nicht während der Dreharbeiten oder in direktem Zusammenhang mit der Sendung auf. Er starb überraschend im Alter von 55 Jahren. Die genaue Todesursache wurde aus Respekt vor der Privatsphäre seiner Familie nicht öffentlich bekannt gegeben. Sein Ableben bedeutete einen großen Verlust für die „Bares für Rares“-Familie und die Zuschauer.








