Im Fußball-Deutschland ist der Name Legat unauslöschlich mit einem Charakter verbunden, der das Spiel, seine Emotionen und seine Schattenseiten wie kaum ein Zweiter verkörpert: Thorsten Legat. Bekannt für seine kämpferischen Einsätze bei Werder Bremen, Stuttgart, Schalke und einer Handvoll anderer Clubs, für seinen unverblümten, oft polternden Ton in den Medien und nicht zuletzt für seine markante Frisur. Doch wenn man die außergewöhnliche Karriere dieses Mannes verstehen will, muss man an einem Punkt beginnen, der für viele Profisportler nicht existiert: beim Schulabschluss – oder vielmehr beim bewussten Verzicht darauf.
Die frühen Jahre: Fußball als einziger Fokus
Thorsten Legat, geboren 1968 in Marl, wuchs in einem klassischen Arbeiterumfeld auf. Der Fußball war von klein an sein Ventil, sein Talent und seine Leidenschaft. Wie bei vielen Jungen seiner Generation und sozialen Herkunft lag der Fokus früh ausschließlich auf dem Ball. Die Schule wurde als lästige Pflicht wahrgenommen, als Hindernis auf dem Weg zum Traum vom Profifußball. Legat selbst hat in zahlreichen Interviews keinen Hehl daraus gemacht, dass die Schulbank für ihn keine Priorität hatte. Sein „Abschluss“ war de facto der Hauptschulabgang – ein formal oft nicht anerkannter Übertritt in die Berufswelt, der in seinem Fall direkt in die Fußball-Lehre mündete.
Ein mutiger und folgenschwerer Schritt
An einem Punkt, der für die meisten Jugendlichen von existenzieller Bedeutung ist, traf Legat eine radikale Entscheidung: Er brach die Schule ab, um sich voll und ganz dem Fußball zu widmen. In einer Gesellschaft, die zunehmend auf formale Bildungsabschlüsse setzte, war dieser Schritt ein enormes Wagnis. Das Damoklesschwert des Scheiterns hing über ihm. Hätte die Profikarriere nicht funktioniert – die Optionen wären begrenzt gewesen. Doch Legat setzte alles auf eine Karte: sein fußballerisches Talent, seinen unbändigen Willen und seinen Kampfgeist.
Diese Entscheidung prägte ihn. Sie erklärt vielleicht einen Teil des legendären „Eisenfuß“-Images. Er musste es schaffen. Es gab keinen Plan B, keinen sicheren Rückzugsort mit einem Realschul- oder Abiturzeugnis in der Tasche. Dieser Druck formte den Spieler, der für jeden Ball, jedes Duell und jedes Spiel sein Letztes gab. Sein Fußball war nicht nur Sport, es war Existenzkampf.
Der ungewöhnliche Bildungsweg eines Profifußballers
Legats Bildungsgeschichte ist ein Relikt aus einer anderen Zeit im Fußball. Heute werden Nachwuchsspieler in den Jugendakademien der Clubs fast schon zwangsläufig auch schulisch und beruflich gefördert. Doppelbelastungen mit Sport- und Eliteschulen, Kooperationen mit Berufsschulen und das Angebot von Ausbildungen sind Standard. Spieler wie Joshua Kimmich oder Thomas Müller absolvierten parallel zum Fußball das Abitur. Legats Weg war direkter, roher, risikobehafteter.
Seine „Weiterbildung“ fand nicht in der Schule, sondern auf dem Platz und später in der Medienwelt statt. Seine Intelligenz ist eine andere: eine straßenkluge, emotionale und menschenkenntnisreiche Intelligenz. Seine späteren Auftritte als TV-Experte bei Sky oder in Formaten wie Legat wird legende zeugen von einer schnellen Auffassungsgabe und einer mitreißenden Kommunikationsfähigkeit – Fähigkeiten, die kein Schulzeugnis jemals hätte zertifizieren können.
Der Kontrast zur heutigen Generation
Die Frage nach Thorsten Legats Schulabschluss wirft ein Schlaglicht auf den enormen Wandel im Profifußball. Heutige Stars sind oft multimedial geschulte, markenbewusste Unternehmer in eigener Sache. Viele haben bewusst solide Bildungsabschlüsse in der Tasche, um für die Zeit nach der Karriere gewappnet zu sein. Toni Kroos (Abitur) oder Mats Hummels (Fachabitur) sind prominente Beispiele. Legats Biographie steht dazu im absoluten Kontrast. Sie ist archetypisch für eine Ära, in der der Fußball noch ein Weg aus einfachen Verhältnissen war, bei dem man alles oder nichts riskierte.
Doch es wäre falsch, Legat als „ungebildet“ abzutun. Sein Erfolg, seine langjährige Karriere in der Bundesliga und seine anhaltende Präsenz in der Öffentlichkeit sind der Beweis für eine andere Form von Bildung: die der Lebenserfahrung, der Resilienz und der unverfälschten Authentizität. Er hat sich sein eigenes, sehr erfolgreiches Berufsleben erschaffen, das weit über die aktive Karriere hinausreicht.
Das Vermächtnis: Mehr als nur ein Abschluss
Thorsten Legats Geschichte ist eine über Leidenschaft, Fokus und den Mut, konventionelle Wege zu verlassen. Sein „Schulabschluss“ ist im Grunde seine Fußball-Lizenz und seine mediale Präsenz. Er beweist, dass Lebenserfolg nicht zwingend an formale Bildungszertifikate gebunden ist, auch wenn sein Weg aufgrund des Risikos sicherlich kein pauschales Vorbild für junge Menschen sein kann.
Seine Popularität heute speist sich genau aus dieser Ursprünglichkeit. Die Menschen spüren, dass er „echt“ ist, dass seine Meinungen aus einem Leben abseits der Blasen und Filter stammen. In einer durchinszenierten Welt ist Thorsten Legat zur Kultfigur geworden – nicht trotz, sondern auch wegen seines unkonventionellen Weges, der ohne den klassischen Schulabschluss begann.
Seine Biographie ist eine Fußball-Geschichte, aber auch eine deutsche Sozialgeschichte. Sie erzählt von Aufstiegschancen, von der Bedeutung von Bildung und vom Glück, ein außergewöhnliches Talent zu besitzen, das einen ganz eigenen Bildungsweg ermöglicht. Thorsten Legat hat seinen Abschluss letztendlich auf dem Rasen und vor den Kameras gemacht – mit Auszeichnung.
FAQs (Häufig gestellte Fragen)
Welchen Schulabschluss hat Leroy Sané?
Leroy Sané verließ das Gymnasium in Deutschland, um seine Profifußballkarriere bei Schalke 04 zu starten, und machte daher offiziell kein Abitur. Seine schulische Laufbahn wurde durch den Fokus auf den Leistungssport früh beendet. Ähnlich wie bei Legat stand bei ihm der Fußball von Jugend an im absoluten Mittelpunkt.
Welchen Beruf hat Nico Legat?
Nico Legat, der Neffe von Thorsten Legat, ist ebenfalls Profifußballer. Er durchlief die Jugend von Schalke 04 und spielte später unter anderem für Rot-Weiss Essen, den SV Rödinghausen und den SC Verl. Damit ist er in die familiären Fußstapfen getreten und hat den Fußball zum Beruf gemacht.
Ist Thorsten Legat reich?
Thorsten Legat hat während seiner langjährigen Karriere in der Bundesliga und der 2. Bundesliga zweifellos ein beachtliches Vermögen verdient. Zudem generiert er durch seine Medienauftritte als TV-Experte und durch Werbekooperationen weiterhin Einkünfte. Ob man ihn als „reich“ im Sinne von Superstar-Vermögen bezeichnen kann, ist definitionsabhängig, aber er führt sicherlich ein finanziell sorgenfreies Leben.
Was für einen Schulabschluss hat Toni Kroos?
Toni Kroos hat das Abitur (allgemeine Hochschulreife) absolviert. Er besuchte in Greifswald ein Sportgymnasium und schloss die Schule erfolgreich ab, parallel zu seiner bereits vielversprechenden Fußballkarriere in der Jugend des FC Hansa Rostock und später bei Bayern München. Er ist damit ein Beispiel für die duale Karriereplanung moderner Profisportler.







